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Reifengrößen-Finder

Der Reifengrößen-Finder führt von der Marke über das Modell zur Generation und zeigt die Reifengrößen, die der Hersteller vorsieht, getrennt nach Serie und Option. Der Abgleich mit Zulassungsbescheinigung Teil I und CoC macht daraus eine belastbare Angabe, bevor Sie bestellen.

Von Katrin Seiler, geprüft von Dr. Henrik Lange. Lesezeit 4 Minuten. Stand: Oktober 2026

Reifengrößen-Finder

Marke und Modell wählen: Sie sehen die Seriengrößen, die üblichen Optionen und den Richtwert für den Reifendruck je Generation. Verbindlich bleibt die Zulassungsbescheinigung Teil I (15.1 und 15.2).

Die Größe auf dem Reifen ist die Größe des Vorbesitzers. Die Größe im Schein ist die, auf die es ankommt.

Ein Kunde kommt mit seinem VW Golf zum Räderwechsel und nennt Jens Albrecht in Augsburg die Größe: 205/55 R16. Auf dem Fahrzeug stehen 225/45 R17. Der Vorbesitzer hatte die Felgen gewechselt, und die Zulassungsbescheinigung nannte eine dritte Größe. Albrecht kennt solche Fälle aus jeder Saison. Wer neue Reifen bestellt, sollte die Größe deshalb aus verlässlicher Quelle beziehen, und der Finder unten ist der erste Schritt dahin.

Reifengröße finden: Marke, Modell, Generation

Eine Modellreihe hat keine Reifengröße, ein Fahrzeug einer bestimmten Generation und Ausstattung schon. Deshalb fragt der Finder in drei Stufen: Die Marke grenzt die Liste ein, das Modell wählt die Baureihe, die Generation trennt Bauzeiträume mit unterschiedlichen Felgen und Freigaben. Beim Golf etwa weichen die Generationen bei Felgen und Größen voneinander ab, die Werte je Modell stehen bei den Reifen für VW Golf. Erst nach diesen drei Schritten zeigt der Finder die Größen, getrennt nach Serie (ab Werk je Ausstattung) und Option (Aufpreisräder, freigegebene Zubehörfelgen). Die Daten stammen aus unserer Fahrzeugdatenbank, Stand 2026, und dienen der Auswahl, nicht als Freigabe für ein einzelnes Fahrzeug. Fehlt Ihr Modell oder Ihre Motorisierung, gehen Sie über die Papiere: Feld 15.1 und 15.2 nennen die Größe, die der Hersteller für Ihr Fahrzeug eingetragen hat. Der Finder ergänzt den Schein, er ersetzt ihn nicht.

QuelleWas sie zeigtVerbindlichkeit
Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld 15.1 und 15.2Größe mit Last- und Geschwindigkeitsindex für Achse 1 und Achse 2verbindlich für Ihr Fahrzeug
CoC (EG-Übereinstimmungsbescheinigung)alle ab Werk freigegebenen Reifen-Rad-Kombinationenverbindlich, sofern vorhanden
Reifengrößen-FinderSerien- und Optionsgrößen je GenerationOrientierung vor dem Kauf

Was die Größenangabe verrät

Nehmen wir 225/45 R17 94W. Die 225 sind die Breite in Millimetern, die 45 das Verhältnis von Flankenhöhe zu Breite in Prozent, also gut 100 Millimeter Flanke. R steht für Radialbauart, 17 für den Felgendurchmesser in Zoll. Der Lastindex 94 entspricht 670 Kilogramm je Reifen, der Buchstabe W einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h. Bei vielen Elektroautos und schweren SUV schreibt der Hersteller zudem XL (Extra Load) vor. Wie die Kürzel zu lesen sind, erklärt die Reifenkennzeichnung.

Zulassungsbescheinigung und CoC: der Abgleich

Im Schein stehen unter 15.1 und 15.2 die eingetragenen Größen, zum Beispiel 225/45 R17 94W. Ausstattungslinien wie S line, M Sport, AMG Line oder R-Line bringen oft größere Räder ab Werk mit, deshalb gehört die Ausstattung zum Abgleich. Weicht die Größe auf Ihren Reifen davon ab, sind Sie nicht automatisch im Unrecht: Das CoC listet häufig weitere Kombinationen, die der Hersteller freigegeben hat. Fehlt das Dokument, bestellen Sie es beim Hersteller oder über den Händler. Eine Größe ohne Nachweis lassen Sie bei TÜV oder DEKRA prüfen und in Feld 22 der Zulassungsbescheinigung vermerken. Sonst kann die Betriebserlaubnis erlöschen, und die Versicherung fragt im Schadensfall nach.

Serie oder Option: die kleinere Felge im Winter

Gerade für den Winter ist die Optionsgröße beliebt. Eine 16-Zoll-Felge statt 18 Zoll senkt den Reifenpreis, und die höhere Flanke schont Felge und Fahrwerk bei Schlaglöchern. Ob sie passt, entscheidet die Bremsanlage, denn die Felge muss über den Bremssattel passen. Die Reifengröße prüft der Finder, die Felgenfreigabe liegt beim Hersteller. Dr. Lange rät, die Optionsgröße schon vor dem Felgenkauf mit dem Hersteller zu klären: Wer erst den Reifen bestellt und dann die Bremsfreigabe prüft, sitzt im Zweifel auf vier Reifen, die nicht passen.

Last- und Geschwindigkeitsindex dürfen nie unter den Werten aus dem Schein liegen; bei Winterreifen ist ein niedrigerer Geschwindigkeitsindex unter Auflagen erlaubt, dann gilt dessen Höchsttempo, und ein Hinweis gehört ins Sichtfeld des Fahrers. Auf einer Achse gehören zwei Reifen gleicher Größe und gleichen Modells; ideal sind vier gleiche. Steht die Größe fest, geht es um den Einkauf, und dafür ist der Ratgeber zum Thema Reifen kaufen der nächste Schritt.

Häufige Fragen

Wo finde ich meine Reifengröße im Fahrzeugschein?

In der Zulassungsbescheinigung Teil I: Feld 15.1 nennt die Größe für Achse 1, Feld 15.2 die für Achse 2, jeweils mit Last- und Geschwindigkeitsindex, etwa 225/45 R17 94W. Ältere Fahrzeugscheine aus der Zeit vor Oktober 2005 führen die Reifengröße in den Feldern 20 bis 23.

Darf ich eine andere Größe fahren als die im Schein?

Ja, wenn sie zugelassen ist: entweder als freigegebene Kombination im CoC, durch eine Herstellerfreigabe oder mit Eintragung durch TÜV oder DEKRA. Ohne einen dieser Nachweise kann die Betriebserlaubnis erlöschen. Wir empfehlen, die Papiere vor dem Kauf zu prüfen, nicht danach.

Was ist der Unterschied zwischen Serien- und Optionsgröße?

Die Serienbereifung montiert der Hersteller je Ausstattungslinie ab Werk. Optionsgrößen gehören zu Aufpreis-Rädern oder freigegebenen Zubehörfelgen. Beide sind zulässig, aber nicht auf jedem Fahrzeug einer Baureihe: Motor, Bremsanlage und Generation entscheiden, deshalb fragt der Finder die Generation ab.

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