Reifenlabel-Rechner
Der Reifenlabel-Rechner übersetzt die Rollwiderstandsklassen A bis E in Liter und Euro über 50.000 Kilometer. Die Faustregel lautet 0,1 Liter je 100 Kilometer und Stufe, die ADAC-Tabelle fällt feiner aus. Daneben steht die Nasshaftung, die sich nicht in Euro, sondern in Bremsweg-Metern auszahlt.
Reifenlabel-Rechner
Was eine bessere Kraftstoffklasse über die Lebensdauer wert ist: Verbrauch, Kosten und CO₂ zwischen zwei Labelklassen, gerechnet über Ihre Laufleistung.
- Mehrverbrauch des schlechteren Reifens
- Mehrkosten über die Laufleistung
- Zusätzliches CO₂
Der Spritvorteil kommt in Euro zurück, der Bremswegvorteil in Metern, und zwar genau dann, wenn es darauf ankommt.
Zwischen Rollwiderstandsklasse A und E liegen nach der ADAC-Tabelle rund 0,5 Liter auf 100 Kilometer, etwa 7,5 Prozent. Auf 50.000 Kilometer addiert sich das zu gut 250 Litern, bei 2 Euro je Liter zu rund 500 Euro. Ob das auf Ihr Auto zutrifft, hängt von Klasse, Fahrprofil und Literpreis ab. Der Rechner unten stellt zwei Klassen gegeneinander und rechnet Mehrverbrauch und Kosten über 50.000 Kilometer aus. Die Nasshaftung betrachten wir weiter unten getrennt, weil sie sich nicht in Euro ausdrückt, sondern in Metern.
Rollwiderstand und Verbrauch: Faustregel und Tabelle
Die Klassen A bis E gelten seit dem 1. Mai 2021 nach der Verordnung (EU) 2020/740. Wie sie ermittelt werden, beschreibt der Beitrag zum EU-Reifenlabel. Der Rechner arbeitet mit einer Faustregel: 0,1 Liter auf 100 Kilometer je Klassenstufe. Das ist bewusst vorsichtig. Die Tabelle des ADAC fällt feiner aus, die Abstände wachsen von Klasse zu Klasse. Die Spalten unten zeigen beides für 50.000 Kilometer bei 2,00 Euro je Liter. Am 20. Oktober 2026 lag Super E10 laut ADAC zwischen 2,03 Euro (Baden-Württemberg) und 2,11 Euro (Hessen); setzen Sie Ihren eigenen Literpreis ein, der Rest ist Dreisatz.
| Klasse | Mehrverbrauch laut ADAC | Mehrkosten auf 50.000 km (ADAC) | Mehrkosten nach Faustregel |
|---|---|---|---|
| A | Bezugswert | 0 Euro | 0 Euro |
| B | + 0,10 l/100 km | 100 Euro | 100 Euro |
| C | + 0,22 l/100 km | 220 Euro | 200 Euro |
| D | + 0,36 l/100 km | 360 Euro | 300 Euro |
| E | + 0,51 l/100 km | 510 Euro | 400 Euro |
Für die Praxis folgt daraus etwas Nüchternes: Die meisten Reifen liegen in B und C. Der reale Abstand ist dann der von B zu C, also 0,12 Liter je 100 Kilometer und 120 Euro auf 50.000 Kilometer. Wir halten das für zu wenig, um allein dafür einen hohen Aufpreis zu zahlen. Zwischen A und E dagegen stehen 510 Euro, die Sie an der Tankstelle lassen.
Beispiel: Kompaktklasse bei 15.000 Kilometern im Jahr
Ein Kompaktwagen mit 15.000 Kilometern im Jahr fährt 150 Mal 100 Kilometer. Der Wechsel von Klasse C auf B spart nach der ADAC-Tabelle 0,12 Liter je 100 Kilometer, das sind 18 Liter oder bei 2 Euro 36 Euro im Jahr. Von E auf B sind es 0,41 Liter je 100 Kilometer, 61,5 Liter und 123 Euro im Jahr. Die Faustregel liefert für dieselben Wechsel 30 und 90 Euro. Die 50.000 Kilometer der Tabelle entsprechen bei dieser Fahrleistung gut drei Jahren, eine übliche Nutzungsdauer für einen Satz.
Nasshaftung und Bremsweg
Die Nasshaftungsklasse misst allein die Bremsleistung auf nasser Fahrbahn. Nach ADAC-Angaben bremst ein Reifen der Klasse A aus 80 km/h bis zu 18 Meter kürzer als einer der Klasse E; zwischen benachbarten Klassen liegen im Mittel gut vier Meter, etwa eine Wagenlänge. Wer Reifen nach Euro sortiert, lässt dieses Kriterium leicht hinten herunterfallen. Dabei trifft der Unterschied genau dort, wo ein Stauende oder ein Fußgänger im Weg steht.
Wo die Rechnung an Grenzen stößt
Das Label stammt aus einer Prüfstandsmessung am Neureifen, und der Hersteller stuft sein Modell selbst ein. Im Alltag verschieben Stadtverkehr, häufiges Beschleunigen, Gegenwind und Beladung den Verbrauch stärker als eine Klassenstufe. Eine niedrige Rollwiderstandsklasse erreichen Hersteller vor allem über die Gummimischung: Silica senkt den Rollwiderstand und hält die Nasshaftung. Bei Winterreifen kommen zwei Zeichen hinzu: das Alpine-Symbol für den Schneegriff und optional ein Piktogramm für den Eisgriff. Zum Verschleiß sagt das Label nichts, ein Reifen mit Rollwiderstand A kann schneller abgefahren sein als einer mit C.
Der Reifen muss außerdem zum Fahrzeug passen. Größe sowie Last- und Geschwindigkeitsindex für Ihr Modell stehen etwa bei den Reifen für Toyota Corolla. Die Label-Klasse hängt allerdings am konkreten Reifenmodell, nicht am Auto: Zwei Corolla mit gleicher Größe können in unterschiedlichen Klassen rollen. Dr. Lange rät, die Klassen im Angebot immer mit dem Aufkleber am Reifen oder dem EPREL-Eintrag abzugleichen.
Häufige Fragen
Wie viel Sprit spart ein Reifen der Klasse A gegenüber Klasse E?
Laut ADAC-Tabelle rund 0,5 Liter je 100 Kilometer, als Faustregel gelten 0,1 Liter je Klassenstufe. Auf 50.000 Kilometer sind das 200 bis 255 Liter, bei 2 Euro je Liter 400 bis 510 Euro. Die meisten Reifen liegen allerdings in B und C, der reale Unterschied ist kleiner.
Wie lang ist der Bremsweg bei Nasshaftung A gegenüber E?
Aus 80 km/h bremst ein Reifen der Klasse A nach ADAC-Angaben bis zu 18 Meter kürzer als einer der Klasse E. Zwischen benachbarten Klassen liegen im Mittel gut vier Meter. Gemessen wird nur auf nasser Fahrbahn; Trockenbremsen und Aquaplaning zeigt das Label nicht.
Gilt der Rechner auch für Elektroautos?
Der Rollwiderstand wirkt dort genauso, nur die Einheit ändert sich: Statt Litern sinkt der Verbrauch in Kilowattstunden, die Reichweite steigt. Der Rechner arbeitet mit Kraftstoff in Litern. Für ein Elektroauto können Sie die Größenordnung von rund 7,5 Prozent zwischen A und E als grobe Näherung auf Ihren Stromverbrauch übertragen.
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