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Reifen nach Saison

Reifen nach Saison zu wählen heißt, Temperatur, Fahrprofil und Rechtslage zusammenzubringen. Dieser Bereich stellt Sommerreifen, Winterreifen und Ganzjahresreifen nebeneinander. Sie erfahren, wann die situative Winterreifenpflicht gilt, welche Kennzeichnung seit Oktober 2024 allein zählt und welche Reifenart zu Ihrem Fahrprofil passt.

Von Katrin Seiler, geprüft von Dr. Henrik Lange. Lesezeit 3 Minuten. Stand: Oktober 2026

Der Stichtag Oktober bis Ostern ist eine Faustregel. Entscheidend sind Temperatur und Straßenzustand an dem Tag, an dem Sie fahren.

Die Temperatur entscheidet, nicht der Kalender

Bei Reifen entscheidet die Temperatur früher als das Datum. Ein Sommerreifen wird unter etwa 7 Grad hart und verliert an Haftung, ein Winterreifen wird bei Wärme weich, bremst länger und nutzt sich schneller ab. Der Stichtag Oktober bis Ostern ist eine Faustregel. Entscheidend sind Temperatur und Straßenzustand an dem Tag, an dem Sie fahren.

Rechtlich ist die Lage klarer, als der Volksmund glaubt. Die Winterreifenpflicht ist situativ (§ 2 Abs. 3a StVO) und gilt bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch sowie Eis- oder Reifglätte. Anerkannt wird seit dem 1. Oktober 2024 nur das Alpine-Symbol. M+S allein genügt nicht; ein Verstoß kostet 60 Euro und einen Punkt, bei Behinderung anderer 80 Euro, bei Gefährdung 100 Euro und nach einem Unfall 120 Euro.

Das Alpine-Symbol erkennen Sie auf der Flanke: ein Berg mit drei Spitzen, in dem eine Schneeflocke steht, international als 3PMSF geführt. M+S steht für Matsch und Schnee und ist eine Herstellerangabe zur Profilgestalt, ohne Leistungsprüfung auf Schnee. Deshalb akzeptiert der Gesetzgeber nur das Alpine-Symbol. Ganzjahresreifen erfüllen die Pflicht, wenn sie es tragen; ohne das Symbol erfüllen sie sie nicht.

Sommer, Winter und Ganzjahr im Überblick

Jede Reifenart löst ein anderes Problem, und jede der drei Seiten geht vom Einsatz aus: wo, wie viel und bei welchem Wetter Sie fahren.

Sommerreifen

Sommerreifen haben eine feste Mischung und breite Profilblöcke, die bei Wärme präzise lenken und auf trockener wie nasser Fahrbahn kurz bremsen. Im Beitrag stehen Temperaturfenster, Profiltiefe und der richtige Zeitpunkt für den Wechsel im Frühjahr.

Winterreifen

Winterreifen enthalten viel Silica und dichte Lamellen, die im Schnee greifen und unter 7 Grad elastisch bleiben. Dort lesen Sie alles zu Pflicht, Alpine-Symbol, Bußgeldstufen und den Regeln im Ausland.

Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen verbinden beide Auslegungen zu einem Kompromiss, der bei mildem Klima und geringer Fahrleistung aufgeht. Der Beitrag rechnet vor, wann sich das lohnt, wo der Kompromiss an Grenzen stößt und woran Sie ein taugliches Modell erkennen.

Die Reifenart nach Fahrprofil wählen

Dr. Henrik Lange, Ingenieur Fahrzeugtechnik, rät Vielfahrern und allen, die im Winter Mittelgebirge oder Alpen queren, zu zwei Radsätzen. Für Stadtfahrer im Flachland mit geringer Jahresfahrleistung ist ein Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol eine vernünftige Lösung. Wer im Sommer überwiegend schnell auf der Autobahn fährt, bleibt besser beim Sommerreifen: Die festere Mischung und die steiferen Blöcke halten Tempo und Hitze besser aus.

FahrprofilEmpfehlung
Stadt und Kurzstrecke im Flachland, geringe JahresfahrleistungGanzjahresreifen mit Alpine-Symbol
Hoher Autobahnanteil, viele KilometerSommer- und Winterreifen im Wechsel
Regelmäßige Fahrten in SchneegebieteWinterreifen, Ganzjahresreifen nur als Notlösung
Zweitwagen mit wenigen FahrtenGanzjahresreifen mit Alpine-Symbol

Praktisch kommt es auf den Termin an. Werkstätten sind im Oktober und November schnell ausgebucht, wer erst beim ersten Schnee anruft, steht in der Schlange.

Rechner und Nachbarthemen

Wie lange ein Satz hält, hängt an Ihrer Jahresfahrleistung. Der Laufleistungs-Rechner errechnet aus Profiltiefe und Kilometern die Monate bis 3 Millimeter und bis 1,6 Millimeter. Wie Sie die Werte am Reifen prüfen, steht unter Reifenprofil: Messung, Verschleißbilder und die Empfehlungen von 3 Millimetern im Sommer und 4 Millimetern im Winter.

Häufige Fragen

Ab wann sollte ich auf Winterreifen wechseln?

Orientieren Sie sich an der Temperatur: Liegen die Tageswerte dauerhaft unter etwa 7 Grad, haftet ein Winterreifen besser. Einen gesetzlichen Stichtag gibt es nicht, die Pflicht ist situativ (§ 2 Abs. 3a StVO). Vereinbaren Sie den Werkstatttermin trotzdem früh, denn nach dem ersten Frost sind die Wartezeiten lang.

Gelten alte Winterreifen mit M+S noch?

Seit dem 1. Oktober 2024 erfüllt nur noch das Alpine-Symbol, der Berg mit drei Gipfeln und Schneeflocke, die Winterreifenpflicht. Reifen, die lediglich M+S tragen, gelten nicht mehr als Winterreifen im Sinne der StVO. Prüfen Sie die Flanke Ihrer Reifen auf das Symbol, bevor es schneit.

Wann lohnen sich Ganzjahresreifen?

Bei geringer Jahresfahrleistung, überwiegend Stadt- und Landstraße und mildem Klima im Flachland. Dort ersetzen sie zwei Radsätze durch einen. Auf der Autobahn im Hochsommer oder in Mittelgebirgen im Winter bleiben Spezialisten überlegen. Achten Sie auf das Alpine-Symbol, sonst erfüllt der Reifen die Winterpflicht nicht.