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Reifenpflege

Reifenpflege ist weniger Putzen als Messen: Druck, Profil und Alter bestimmen, wie lange und wie sicher ein Reifen arbeitet. Dieser Bereich führt durch die Kontrolle im Alltag, das Einfahren neuer Reifen, die Lagerung über die Saison und die Entsorgung am Ende der Laufzeit.

Von Katrin Seiler, geprüft von Dr. Henrik Lange. Lesezeit 3 Minuten. Stand: Oktober 2026

Ein Reifen verliert Luft, ohne dass es ein Leck gibt. Wer nicht misst, fährt irgendwann mit zu wenig Druck.

Messen statt schätzen

Bei Reifen lässt sich der Zustand nicht fühlen, er muss gemessen werden. Dr. Henrik Lange, Ingenieur Fahrzeugtechnik, fasst es in zwei Sätzen: „Ein Reifen verliert Luft, ohne dass es ein Leck gibt. Wer nicht misst, fährt irgendwann mit zu wenig Druck.“ Der ADAC rät, den Druck mindestens einmal im Monat zu prüfen, besser alle zwei Wochen, am kalten Reifen. Messungen am warmen Reifen täuschen, weil der Druck pro 10 Grad Temperaturanstieg um etwa 0,1 bar steigt.

Profil und Alter gehören in dieselbe Routine. Das Gesetz verlangt 1,6 Millimeter (§ 36 StVZO), wir empfehlen 3 Millimeter im Sommer und 4 Millimeter im Winter. Das Alter lesen Sie an der DOT-Nummer ab: Ab dem sechsten Jahr prüft ein Fachmann den Reifen, nach etwa zehn Jahren wird er ersetzt. Reparieren lässt sich ein Reifen nur in der Lauffläche, bei Schäden bis 6 Millimeter; die Flanke bleibt tabu.

Die Routine auf einen Blick

Wer Reifen pflegt, braucht keinen festen Kalender, aber eine Reihenfolge. Die Tabelle fasst zusammen, was wann ansteht.

WannWasRichtwert
alle zwei Wochen, mindestens monatlichReifendruck am kalten ReifenSollwert vom Aufkleber
beim Tanken oder WaschenProfiltiefe messen3 mm Sommer, 4 mm Winter, Grenze 1,6 mm
bei jedem RadwechselSichtprüfung auf Risse, Beulen, Fremdkörper, DOT-Nummerab 6 Jahren Fachprüfung
nach dem RadwechselRadschrauben nachziehennach 50 bis 100 km

Beulen in der Flanke sind ein Alarmzeichen: Sie deuten auf einen Schaden in der Karkasse hin, der Reifen gehört ersetzt. Risse im Gummi entstehen mit dem Alter und mit zu wenig Druck; wer sie sieht, lässt den Reifen vom Fachbetrieb prüfen, bevor er weiterfährt.

Die fünf Seiten dieses Bereichs

Die Seiten folgen dem Lebensweg eines Reifens: von der laufenden Kontrolle über das Einfahren und Lagern bis zur Entsorgung am Ende.

Reifendruck

Der Reifendruck gehört zu den wenigen Werten, die Sie in zwei Minuten selbst korrigieren. Dort stehen Richtwerte nach Fahrzeugklasse, der Zuschlag bei Beladung und die Grenzen des RDKS.

Reifenprofil

Das Reifenprofil messen Sie mit dem Profiltiefenmesser an drei Stellen der Lauffläche. Außerdem lesen Sie dort, was Verschleißbilder über Druck, Spur und Sturz verraten.

Reifen einfahren

Beim Reifen einfahren gelten die ersten 200 bis 300 Kilometer als Faustregel, der ADAC nennt sogar rund 500. Der Beitrag erklärt, was auf diesen Kilometern für Bremsen und Kurvenfahrt gilt und warum Winterreifen keine Ausnahme sind.

Reifen lagern

Wer Reifen lagern will, unterscheidet zwischen Kompletträdern und Reifen ohne Felge: Erstere liegen oder hängen, Letztere stehen. Der Raum bleibt trocken, kühl und dunkel.

Altreifen

Altreifen entsorgen bedeutet: nicht in den Hausmüll, sondern zurück an den Handel oder zur kommunalen Annahmestelle, meist für 2 bis 5 Euro pro Reifen. Beschrieben werden Rücknahmewege, Recycling und die gesetzliche Grundlage.

Rechner und Nachbarthemen

Den passenden Sollwert für Fahrzeugklasse, Beladung und Tempo nennt der Reifendruck-Rechner. Auch das Ventil gehört zur Pflege: Die Kappe schützt vor Schmutz und kommt nach jeder Messung wieder drauf. Beim Saisonwechsel sind Druck und Profil schnell gleich mit geprüft; wie der Wechsel mit Drehmomentschlüssel und Nachziehen gelingt, zeigt die Anleitung zum Reifenwechsel selbst machen.

Häufige Fragen

Wo finde ich den richtigen Reifendruck für mein Auto?

In der Betriebsanleitung und auf einem Aufkleber an Türrahmen oder Tankklappe. Dort stehen mehrere Werte für Reifengröße und Beladung. Gemessen wird bei kalten Reifen, denn pro 10 Grad Temperaturanstieg steigt der Druck um etwa 0,1 bar. Lassen Sie bei warmen Reifen keine Luft ab, sonst fahren Sie später zu weich.

Wie lagere ich Reifen über den Sommer?

Kompletträder mit Felge liegen gestapelt oder hängen am Felgenbaum, Reifen ohne Felge stehen aufrecht und werden gelegentlich gedreht. Der Raum sollte trocken, kühl und dunkel sein, fern von Öl und Lösungsmitteln. Beschriften Sie die Radposition und prüfen Sie vor dem Einlagern Profil und Alter.

Wo werden Altreifen entsorgt?

Bei Händlern und Werkstätten, meist gegen eine Gebühr von 2 bis 5 Euro pro Reifen, sowie bei kommunalen Annahmestellen. In den Hausmüll gehören Altreifen nicht. Sie werden stofflich oder energetisch verwertet. Fragen Sie vor dem Kauf neuer Reifen, ob der Händler die alten gleich mitnimmt.